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fetchmail

fetchmail ist der Nachfolger von popmail. Seine Entstehung wird sehr schön von Eric Raymond in seinem sehr lesenswerten Aufsatz "Die Kathedrale und der Bazar" beschrieben. fetchmail kann auch mit [imap und mehreren Benutzern mit jeweils mehreren Postfächern umgehen und ist sehr flexibel, bei einer sehr eingängigen Konfiguration.

Die meisten Provider verwenden das pop3 Protokoll. Dies kann man sich in etwa so vorstellen. Die einlangende Post wird in ein Postfach gelegt, dort kann sie vom Berechtigten abgeholt werden. Dabei gibt es die Möglichkeit, das Postfach zu leeren, oder sich lediglich ein Kopie zu holen. Bei letzterem muß man aufpassen, daß das Postfach nicht überläuft, denn die meisten Provider begrenzen die Größe des Postfaches. Man kann aber bspw. von einem Rechner unterwegs die Post in Kopie abholen (Option keep) und von zu Hause das Postfach jeweils leeren (Option flush).

fetchmail kann mehrere Benutzer verwalten. D.h. es sollte eine zentrale Konfigurationsdatei existieren, die durch fetchmail mittels eines Eintrages in ip-up abgearbeitet wird.

Entwickeln wir gemeinsam eine .fetchmailrc. (Die Konfigurationsdatei kann auch anders heißen und muß dann beim Aufruf von fetchmail explizit angegeben werden.)

Nehmen wir an, wir sind der Benutzer Joe Random Luser und unser Benutzername am heimischen Rechner sei luser. Weiterhin hat noch eine gewisse Ruth Zugriff auf den Rechner, deren Benutzername ruth sei.

Joe besitzt ein Postfach bei provider.com unter dem Namen toller_hecht, Ruth hat die folgenden Postfächer ruth bei provider.com und witch bei gmx.net.

Die Paßwörter werden im folgenden einfach mit GEHEIM angenommen.

Die allereinfachste Konfiguration, zunächst nur für Joe, sähe folgendermaßen aus:

server popserver.provider.com user toller_hecht there is luser here pass GEHEIM_VON_JOE flush

Schauen wir uns mal die Konfiguration an:

Zunächst wird festgelegt, von welchem Server die Post abgeholt werden soll. Wer sich die DNS-Abfrage sparen möchte, kann hier auch gleich die IP-Adresse eintragen, oder in /etc/resolv.conf eintragen. Allerdings steht man bei einer Umstrukturierung des Provider zunächst mal dumm da.

Anschließend wird der Benutzername beim Provider angegeben und fetchmail gesagt, welcher Benutzer auf dem lokalen Rechner die Post erhalten soll. Um nicht jedesmal das Paßwort eingeben zu müssen, schließlich soll das ja alles automagisch ablaufen, gleich das Paßwort. Die letzte Anweisung löscht die Post nach dem Abholen aus dem Postfach.

Zu beachten ist, daß in diesem Beispiel das Paßwort in der .fetchmailrc gespeichert ist. Es ist also auf die entsprechenden Zugriffsrechte auf die Datei zu achten. Wenn wir davon ausgehen, daß fetchmail von ip-up aufgerufen wird, dann gehört die .fetchmailrc nach /root und sollte auch nur für root lesbar sein.

Für jeden weiteren Benutzer legen wir eine entsprechende Zeile an.

server popserver.provider.com user toller_hecht there is luser here pass GEHEIM_VON_JOE flush

server popserver.provider.com user ruth there is ruth here pass GEHEIM_VON_RUTH_BEI PROVIDER.COM flushx

server popserver.gmx.net user 1233456 there is ruth here pass GEHEIM_VON_RUTH_BEI_GMX flush

Ein kleiner Hinweis zu gmx, dort ist nicht mit dem Benutzernamen, sondern mit der Benutzerkontonummer abzufragen, deshalb also 123456 und nicht witch.

Will man zur eigentlichen Auslieferung noch procmail verwenden, so muß man noch de folgende Zeile für jeden Eintrag ergänzen.

mda "formail -s /usr/bin/procmail -d EMPFÄNGERNAME_LOCAL"


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Matthias Kabel
2000-01-23